Was ist Osteopathie?
Osteopathie ist eine ganzheitliche Therapieform, die den Menschen als Ganzes betrachtet. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur einzelne Beschwerden, sondern vor allem die Zusammenhänge zwischen Bewegung, Körperstrukturen, Alltag und persönlichem Wohlbefinden.
Osteopathie verbindet fundierte Kenntnisse in Anatomie, Physiologie und klinischer Untersuchung mit einem ganzheitlichen Blick auf den Menschen. Beschwerden werden deshalb nicht nur dort betrachtet, wo sie auftreten, auch Beweglichkeit, Spannungsverhältnisse und funktionelle Zusammenhänge im gesamten Körper spielen eine entscheidende Rolle. Die Behandlung erfolgt überwiegend mit den Händen und wird individuell auf die jeweilige Person abgestimmt.
Die drei Säulen der Osteopathie
1. Parietale Osteopathie
Die parietale Osteopathie beschäftigt sich mit dem gesamten Bewegungsapparat – also mit Muskeln, Faszien, Gelenken, Bändern und Knochen. Störungen oder Blockaden in diesem System können zu einer Einschränkung der Beweglichkeit oder zu Fehlstellungen führen. Ziel ist es, die natürliche Mobilität des Körpers wiederherzustellen.
2. Viszerale Osteopathie
Die viszerale Osteopathie befasst sich mit den inneren Organen, ihrer Durchblutung, der nervalen Versorgung, der Wechselwirkung mit anderen Systemen sowie deren Aufhängungen. Da unsere Organe über Faszien und Nerven eng mit dem restlichen Körper verschaltet sind, können Einschränkungen in diesem Bereich weit über den Ort des Schmerzes hinauswirken und sich beispielsweise auf die Verdauung oder die Atmung auswirken.
3. Kraniale Osteopathie
Die kraniale Osteopathie bezieht sich auf das Zusammenspiel von Schädelknochen, Wirbelsäule, Kreuzbein und die damit verbundenen Hirnhäute. Über sanfte, manuelle Techniken wird hier das feine Rhythmus- und Gewebesystem reguliert. Funktionsstörungen können sich zum Beispiel in Kopfschmerzen, Migräne oder Kieferbeschwerden äußern.
Find it, Fix it and leave it – Andrew Taylor Still
Der historische Grundgedanke geht auf den Begründer der Osteopathie, Andrew Taylor Still, zurück. Vereinfacht beschreibt er die Idee, eine funktionelle Störung zu erkennen, gezielt zu behandeln und dem Körper anschließend Raum für Anpassung und Regulation zu geben, mit dem Ziel, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren und das natürliche Gleichgewicht des Körpers wiederherzustellen.
